Zehn Minuten vor Nienburg fuhren bis in die Neunziger Panzer. Heute geht dort fast niemand mehr hin.
Als wir an diesem Sonntagmorgen losgingen, sah man den Weg und ungefähr die nächste Kurve. Mehr nicht.
Ein paar Mal im Jahr, sonntags, gehen wir zusammen wandern. Mal an der Weser, mal weiter raus, an diesem Tag durch die Köhlerberge - bei Schnee und Hochnebel. Wer mitgehen will, ist willkommen; alle Termine stehen auf der Seite Wandern rund um Nienburg.

Ein Wald, der eigentlich keiner sein sollte
Der Name führt in die Irre. Die Köhlerberge heißen nicht nach der Köhlerei, sondern nach Forstmeister Heinrich Köhler, der die kahlen Sanddünen vor der Stadt aufforsten ließ. Ohne ihn wäre da heute Sand.
1936 hat die Wehrmacht das Gelände als Übungsplatz genutzt. Nach dem Krieg kamen die Briten, sprengten dort überflüssige Munition und fuhren bis in die neunziger Jahre mit Panzern über die Dünen. Seitdem ist das Gebiet weitgehend sich selbst überlassen.
Man sieht es beim Gehen. An mehreren Stellen ziehen sich lange Wälle durch den Wald, davor die Gräben, in denen die Schützen standen. Und mitten drin steht eine Mauer. Brückenfundament oder Bunkerwand - keiner weiß es genau. Heute ist ein Graffiti drauf. Das ist die Stelle, an der jedes Mal jemand stehen bleibt.
Auf der Karte flach, in den Beinen nicht
Große Berge sind das nicht, ein paar Meter Höhenunterschied. Aber die Wege laufen über die alten Dünen, und deshalb geht es die ganze Zeit hoch und runter. Sie sind schmal und unbefestigt, an manchen Stellen geht die Gruppe hintereinander. Innen drin ist es ein Labyrinth aus kleinen Pfaden - wer die Runde nicht kennt, dreht dort schnell eine Ehrenrunde.
Erstaunlich ist, wie leer es ist. So dicht an der Stadt, und man trifft fast niemanden.
Der Tag im Schnee
Über den Feldern lag Hochnebel, an den Bäumen Raureif. Der Wald ist gemischt: viel Buche, Birke und Eiche, dazwischen mal eine Kastanie, Kiefern kaum. Rehe und Hasen gibt es reichlich - wer leise geht, sieht sie auch. An den Birken sitzen Baumpilze, Zunderschwamm und Birkenporling, im Winter am besten zu erkennen, wenn das Laub unten liegt.

Unten an der Weser war dann doch etwas los: Am Hang rodelten Kinder, und weil da so viele unterwegs waren, hatte jemand einen Glühweinstand aufgebaut. Da haben wir Pause gemacht.
Durch die Marsch zurück in die Stadt
Aus dem Wald heraus geht es durch die Marsch, auf einen unbefestigten Weg, der auf beiden Seiten von Obstbäumen gesäumt ist. Im Schnee stehen die kahl da - wer die Runde im Herbst geht, läuft dort zwischen hängenden Ästen hindurch. Danach ein kurzes Stück Asphalt oben an der Weser mit Blick übers Wasser, dann durch die alten Gassen der Innenstadt und wieder hinaus zum Start.

Zurück am Café Karl wird noch ein paar Minuten gedehnt, dann fährt jeder nach Hause.
Warum wir das in der Gruppe machen
Das Tempo passt sich der Gruppe an. Wir bummeln nicht, aber keiner muss vorne mithalten und keiner bleibt hinten allein. Wer zum ersten Mal dabei ist, wird am Anfang kurz vorgestellt - danach ergibt sich das Reden von selbst. Manche kommen wegen der Strecke, andere wegen der Leute, die meisten wegen beidem.
Die Runde in Zahlen
- Strecke: rund 12 Kilometer als Rundweg
- Dauer: Komoot rechnet 2:50, mit Pausen sind es dreieinhalb bis vier Stunden
- Start und Ziel: Café Karl der Gärtnerei Woelk, Zu den Köhlerbergen 3, Nienburg
- Untergrund: überwiegend unbefestigte Waldwege, ein kurzes Stück Asphalt
- Mitnehmen: feste Schuhe, etwas zu trinken, im Winter warme Handschuhe

Die nächste Wanderung
Wir gehen ein paar Mal im Jahr, sonntags. Wohin es das nächste Mal geht und welche Touren wir schon gelaufen sind, steht auf der Seite Wandern rund um Nienburg. Sag vorher kurz Bescheid, dann rechnen wir mit dir.
Unsere Touren - gelaufen und geplant
Wo wir schon waren und wo es als Nächstes hingeht. Tippe eine Tour an, dann klappen die Angaben auf.
Staustufe, Marsch und Bruchwald
Wann: 20. September 2026
Länge: 16,2 km
Treffpunkt: 9:30 Uhr, HSV-Halle Holtorf oder Parkplatz bei tedox, Rudolf-Diesel-Straße 4 in Nienburg
Von Landesbergen zum Schäferhof, eine Strecke und kein Rundweg. Los geht es an der Kirche in Landesbergen, am Schwimmbad vorbei zur Wellier Schleife - Naturschutzgebiet an der Staustufe, wo das Wasser über das Wehr geht. Danach durch die Marsch, streckenweise direkt an der Weser, bei Estorf über die Bundesstraße und in den Wald. Durch den Nienburger Bruch bis zum Schäferhof, wo wir uns verabschieden.
Etwa vier Stunden, leicht bis moderat, keine schwierigen Passagen, mit einer richtigen Esspause. Wenn es für die Gruppe zu lang wird, kürzen wir unterwegs ab.
Von einem der beiden Treffpunkte fahren wir gemeinsam nach Landesbergen. Am Ende kommt jeder wieder zu seinem Auto zurück, das organisieren wir - ein eigenes Auto brauchst du nicht.
Feste Schuhe, etwas zu trinken und etwas zu essen für die Pause. Mehr brauchst du nicht.
Oyler Berg und Binnener Schlucht
Wann: 8. November 2026
Unser Jahresabschluss. Erst der Oyler Berg, dann die Binnener Schlucht - und hinterher gibt es Grünkohl.
Nienburger Krähe zum Stöckser See
Länge: 12 km
Zwölf Kilometer als Rundweg durch das Waldgebiet „Die Krähe“ östlich von Nienburg. Unterwegs liegen der Stöckser See, der Giebichenstein - der größte Findling Niedersachsens -, ein Großsteingrab und zehn bronzezeitliche Grabhügel. Schmale Waldwege, kaum Steigung, nach Regen stellenweise weich.
Diese Tour hat einen Stichtag: die Spargelsaison endet am 24. Juni. Deshalb gehen wir sie im Juni und setzen uns hinterher zum Spargelessen.
Köhler Berge im Schnee
Länge: 10 km
Die Köhler Berge im Schnee. Kalt, hell und still - eine der schönsten Runden im Winter.
Leeser Rundweg mit Trimm-dich-Pfad
Länge: 12 km
Der Leeser Rundweg, unterwegs kommt der Trimm-dich-Pfad - den haben wir nicht ausgelassen.
Hermann-Löns-Weg um Brokeloh
Länge: 11 km
Treffpunkt: Parkplatz Bickbeernhof, Brokeloher Hauptstraße 37, 31628 Landesbergen
Elf Kilometer rund um das Dorf, durch lichten Wald und über die letzte Heidefläche im Ort. Zwei Findlinge aus der Eiszeit, eine Schutzhütte auf dem Tempelberg - und am Ende Blaubeeren auf dem Bickbeernhof.
Nienburger Hafen nach Drakenburg
Länge: 14 km
Unsere Winterwanderung am Wasser entlang, vom Nienburger Hafen bis nach Drakenburg.
Steyerberg mit Eichenkrad
Länge: 16 km
Eine lange Runde durch den Wald bei Steyerberg, vorbei am Eichenkrad.
Dino-Park Münchehagen zum Steinhuder Meer
Länge: 18 km
Die längste Strecke, die wir bisher gegangen sind, und meine Lieblingstour. Zurück ging es mit dem Bus.